Aplomb bezeichnet die Kombination der korrekten Muskelspannung im gesamten Rumpf. Der Aplomb ist eingeteilt in drei Schichten: Schulter- & Rücken-Muskulatur, Bauch-Muskulatur und Beckenboden-Muskulatur. Ein stabiler Aplomb ist im Profi-Ballett die Basis für alles.
Der Aplomb ist im klassischen Ballett das Fundament für jede Tänzerin und für jeden Tänzer. An staatlichen Ballettschulen haben die ersten vier Jahre der Grundausbildung vor allem die Ausbildung des Aplombs als festes Ziel.
Die Arbeit daran ist präzise: Alle drei Schichten werden bewusst einzeln, aber gleichzeitig angespannt, bis der Rumpf zu einem festen Brett wird. Kopf, Arme und Beine bleiben frei von dieser Spannung und werden im Ballett isoliert davon geführt.
In diesen Ausbildungsjahren wird die Balletttechnik von Grund auf in den Körper programmiert. Jeder Schritt, jede Bewegung wird so lange eingeprägt, bis sie automatisch funktioniert. Die übertrieben aufrechte Haltung, an der man Ballettschülerinnen auch außerhalb des Saals sofort erkennt, ist genau das: der Aplomb – einer der stillen Automatismen, die im Profitraining über Jahre aufgebaut werden.
Der Unterschied zwischen geradem Stehen und Aplomb zeigt sich in der Bewegung. Ein stabiler Aplomb hält die Wirbelsäule auch dann im Lot, wenn auf halber Spitze balanciert, gedreht oder gelandet wird. In der Balance zieht sich die Tänzerin mit der Spannung ihres Aplombs permanent nach oben – nicht einmal zu Beginn, sondern durchgehend.
Eine einfache Probe aus dem Balance-Workbook: Schultern hinten (!) herunterziehen, Bauchmuskeln aktivieren, Beckenbodenmuskeln aktivieren, alles halten und – atmen.
Der Aplomb ist Muskulatur, keine Position – und Muskulatur lässt sich in jedem Alter aufbauen. Entscheidend ist das Wissen, welche Muskeln arbeiten müssen, und die richtigen Übungen in der richtigen Reihenfolge. Diese Arbeit beginnt meist an der unteren Wirbelsäule, bei der C-Kurve.
Die Übungen zum Aplomb – Schicht für Schicht erklärt – findest du im kostenlosen Balance-Workbook „In 4 Schritten zu deiner stabilen Balance im Ballett“.